Homburg-Lengfurt-Rettersheim-Trennfeld

Homburg-Lengfurt-Rettersheim-Trennfeld

Einzigartige Natur 

Die imposante Muschelkalkerhebung Kallmuth mit den historischen Weinbergtreppen prägt die südöstliche Ecke des Mainvierecks. Das trockene und warme Klima und die kalkhaltigen Magerböden lassen eine einzigartige botanische Vielfalt entstehen, die sonst nur selten in dieser Vielfalt vorkommen. Besonders reizvoll ist der Besuch des Kallmuths im Mai und Juni, wenn die seltenen Pflanzenarten in voller Blüte stehen.
Die nur sehr spät gemähten oder gar nicht gemähten Trockenwiesen auf den Kalkböden und die Weinberge sind eine optimale Grundlage für einige seltene Pflanzen.

Roter Sandstein und Muschelkalk

Während das Kloster Triefenstein noch auf Rotem Buntsandstein liegt ist der etwas höher gelegene Bocksberg in Rettersheim, genau wie der Kallmuth eine Kalksteinerhebung.
Auf dem Bocksberg wurden früher Kalk abgebaut und sogar erste Flugversuche unternommen. 

Muschelkalk und Trockenwiesen 
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Diptamblühte am Homburger Kallmuth

Der Diptam (Dictamnus albus), auch als Aschwurz, Spechtwurz oder Brennender Busch bekannt,  ist möglicherweise die einzige Art der monotypischen Pflanzengattung Dictamnus innerhalb der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Diese giftige Pflanzenart steht seit 1936 unter Naturschutz und war schon damals eine Seltenheit in Mitteleuropa.

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Graslilien

Die Astlose Graslilie (Anthericum liliago) ist eine heimische Wildpflanze aus der Familie der Spargelgewächse. 
Sie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit einem kurzen Wurzelstock und fleischigen Wurzeln. Sie blüht von Mai bis Juli mit weißen, traubigen Blüten, die bienenfreundlich sind. 
Sie wächst am besten an sonnigen Standorten auf trockenen, kalkhaltigen Böden und die filigranen Blüten der Graslilien sind für manchen Besucher nur schwer auszumachen.
Vereinzelt sind die Pflanzen an den Höhenwegen des Kallmuths zu bewundern. Der größte Bestand ist allerdings an den Steilhängen zu finden, die für Wanderer nicht zugänglich sind.

 

Seltene Orchideenarten in einzigartiger Landschaft
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Die Bocks-Riemenzunge 

Die Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum), auch Bocksorchis genannt, ist eine auffällige, stattliche Pflanzenart aus der Gattung der Riemenzungen in der Familie der Orchideen. Sie kommt in den wärmeren Gebieten Mitteleuropas vor und hat in den letzten Jahren ihr Areal ausgeweitet. In Bayern gehört die Bocks-Riemenzunge zu den stark geschützten Arten.  Die Blüten dieser Orchidee erinnern an längliche Zungen und verströmen einen unangenehmen Geruch, der nach Ziegenbock riecht. Die Bocks-Riemenzunge kann Wuchshöhen von 25 bis 100 cm erreichen und bildet große, länglich-ovale Knollen als Überdauerungsorgane. Ihre Laubblätter sind 7 bis 15 cm lang und beginnen bereits vor der Blütezeit zu welken. Der reichblütige Blütenstand kann bei größeren Pflanzen über 100 Blüten enthalten.  Die Bocks-Riemenzunge kommt in Triefenstein an verschiedenen Orten vor. In Lengfurt am Oberrot sowie am Kallmuth und dem Wolpenberg können diese Seltenen Orchideen bewundert werden.

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Helm-Knabenkraut

Das Helm-Knabenkraut (Orchis militaris) ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimetern erreicht (gelegentlich werden kräftige Exemplare auch über 60 Zentimeter hoch).  Namensgebend ist der “Helm”, der durch die nahezu vollständig verwachsenen Perigonblätter des äußeren Kreises entsteht. Die Lippe ist stark dreilappig und etwa 10 bis 20 Millimeter lang. Das Helm-Knabenkraut ist eine seltene Orchidee, die auf kalkhaltigen Böden wächst und durch Wildschweine und Lebensraumverlust bedroht ist. 

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Bienen-Ragwurz

Die Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) ist eine spätblühende Orchideenart aus der Gattung der Ragwurzen. Sie erreicht Wuchshöhen von 20 bis 50 cm und hat zwei unterirdische, kugelige Knollen. Die Blätter sind grün mit silbrigem Schimmer, und die Blütenstände bilden lockerblütige Ähren mit drei bis zehn Blüten. Die hell bis kräftig rosa gefärbten Kelchblätter sind bei vollständig geöffneter Blüte meist weit zurückgeschlagen. Die Lippe ist ausgebreitet dreilappig und 10 bis 15 mm lang. Die Bienen-Ragwurz bevorzugt basenreiche Trockenrasen und Magerrasen und kommt nur in Naturschutzgebieten vor. Sie täuscht Wildbienen mit einer unterirdischen Blüte, die ihnen ein Pollenpaket auf den Rücken klebt. Die Bienen Ragwurz blüht erst Ende Mai und versteckt sich oft unscheinbar in den Wiesen, weshalb die Bestände durch Maht oft stark bedroht sind. Diese Seltenen Orchideen sind sowohl in Lengfurt, als auch in Homburg zu finden.

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