Liebe Triefensteiner,
heute ist nicht nur die letzte Sitzung dieses Jahres, sondern – mit Blick auf die im März anstehenden Kommunalwahlen – auch die letzte Sitzung zum Jahresende in dieser Konstellation. Gerade deshalb nutze ich die Gelegenheit gemeinsam auf die zurückliegenden Jahre und das gemeinsam Erreichte zurückzublicken und Danke zu sagen.
Unsere Amtszeit begann unter außergewöhnlichen Rahmenbedingungen. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sah sich die Gemeinde mit Herausforderungen konfrontiert, die schnelles Handeln, pragmatische Lösungen und einen starken Zusammenhalt erforderten. Mit der Einrichtung eines eigenen Testzentrums in Triefenstein mit mehr als 30 Helfern wurde frühzeitig Verantwortung übernommen. Auch im Alltag waren flexible Lösungen gefragt – bis hin zur Sicherstellung von Schulfahrten mit dem MTZ der Feuerwehr, nachdem reguläre Busverbindungen ausgefallen waren. Dass ich selbst die morgendlichen Schulfahrten mit dem MTZ der Feuerwehr übernommen habe und Roland Herzog die Rückfahrten und die Helfer im Testzentrum im Schichtbetrieb die Testungen vornahmen, zeigt, wie außergewöhnlich diese Zeit war, aber auch, wie sehr wir alle bereit waren, füreinander einzustehen.
Ein weiterer prägender Abschnitt war die Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine. Triefenstein hat hier Solidarität und Menschlichkeit gezeigt. Neben der Unterbringung wurde gezielt auf Integration gesetzt, unter anderem durch die Gründung einer eigenen Kindergruppe für geflüchtete Kinder. Damit konnte ein geschützter Raum geschaffen und ein wichtiger Beitrag zum Ankommen in der neuen Umgebung geleistet werden.
Trotz dieser Belastungen blieb der Blick stets nach vorne gerichtet.
Das Haushaltsvolumen von 2020 bis 2025 schließt im Gesamthaushalt mit knapp 89 Millionen Euro ab. Gleichzeitig konnten bis Ende 2024 rund 1,4 Mio Euro Schulden abgebaut werden.
Im Jahr 2023 schloss der Haushalt ohne die geplante Kreditaufnahme für die Verpflichtungsermächtigung ab. Gleichzeitig ist es gelungen,
Fördermittel in Millionenhöhe nach Triefenstein zu holen. Im Rahmen des Regionalbudgets wurden rund 20 Projekte gefördert, die direkt in den Ortsteilen wirken und die Gemeinde nachhaltig stärken.
Mit Blick auf die finanzielle Entwicklung stellte der deutliche Einbruch der Gewerbesteuer in diesem Jahr eine erhebliche Herausforderung dar. Zur Mitte des Jahres wurde die Kreditaufnahme in der Höhe der geplanten Verpflichtungsermächtigung in Anspruch genommen. Jedoch machte der Einbruch bei der Gewerbesteuer in Höhe von 1 Mio Euro einen Nachtragshaushalt und gleichzeitig eine weitere Kreditaufnahme notwendig. Diese Belastung sollte sich durch die Investitionspauschale des Bundes, die an die Kommunen weitergereicht wird, zumindest teilweise abfedern lassen sodass auch im nächsten Haushalt, trotz der angespannten Lage, ein gewisser finanzieller Handlungsspielraum für die bereits angelaufenen Projekte zur Verfügung steht.
Verpflichtend umzusetzende Projekte, wie der Rückstau bei dringend notwendigen Infrastrukturmaßnahmen, insbesondere in den Bereichen Wasser und Kanal, die Sanierung des Hochbehälters die bereits seit 2019 gefordert wird, werden die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel weiter binden.
Rückblickend konnten die Projekte, egal ob in Millionenhöhe oder kleinere, konsequent nach Kostenplanung umgesetzt und im vorgesehenen finanziellen Rahmen realisiert werden. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war hierbei die verlässliche und professionelle Zusammenarbeit mit den beauftragten Planungsbüros, die maßgeblich zur Kostensicherheit und zur erfolgreichen Umsetzung beigetragen haben und bei denen ich mich an dieser Stelle für die sehr gute Zusammenarbeit bedanken möchte.
Zusätzlich fordern neue gesetzliche Verpflichtungen die Kommunen. Besonders zu nennen ist der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder, der bis 2028 umzusetzen ist. Damit verbunden sind nicht nur organisatorische und finanzielle Anforderungen, sondern auch die Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs sowie die Schaffung zusätzlicher
Kinderbetreuungsplätze, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Diese Aufgabe ist gesellschaftlich wichtig, stellt die Kommunen jedoch vor erhebliche Herausforderungen in der praktischen und finanziellen Umsetzung.
All diese Themen zeigen, wie anspruchsvoll die vergangenen Jahre waren. Umso größer ist meine Dankbarkeit für das gemeinsam Erreichte. Triefenstein kann auf eine lebendige Vereinslandschaft und ein starkes ehrenamtliches Engagement bauen. Die Vereine und Ehrenamtlichen tragen wesentlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei und prägen das Leben in der Gemeinde in besonderer Weise.
Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung und im Bauhof. Ohne ihren täglichen Einsatz, ihre Fachkompetenz und ihre Flexibilität wäre die Arbeit der Gemeinde nicht möglich.
Aber auch Personalwechsel musste in dieser Amtszeit bewältigt werden. Die Amtszeit begann im Jahr 2020 ohne Geschäftsleitung. Diese Stelle konnte nach 10 Monaten im Amt, im April 2021, nachbesetzt werden.
Nach 3 Jahren Amtszeit wechselte die Geschäftsleitung im Jahr 2024 in die vorherige Position zurück.
Weitere Herausforderungen ergaben sich im Jahr 2024, als unser Bauamtsleiter auf eine gehobene Position in die Nachbarkommune wechselte, uns jedoch noch beratend zur Seite steht und 3 Mitarbeiter der Verwaltung ebenfalls in die Nachbarkommune wechselten.
Unser Kämmerer, verabschiedete sich nach 30 Jahren Amtszeit beim Markt Triefenstein, zu Beginn 2025, in den vorzeitigen Ruhestand, steht aber der Nachfolgerin bis zu seinem endgültigen Dienstaustritt im Februar 2026 beratend zur Seite. Ebenfalls wurde die Sachbearbeiterstelle im Bauamt neu besetzt.
Insgesamt war die Fluktuationsrate, außer im Jahr 2024, im üblichen durchschnittlichen Rahmen oder es gab gar keine Fluktuation. Erfreulicherweise konnten alle Stellen neu besetzt werden.
40 jähriges Dienstjubiläum beim Markt Triefenstein feierten bereits zwei Mitarbeiterinnen der Verwaltung.
Unser Bauhofleiter ist 17 Jahre und sein Stellvertreter im nächsten Jahr seit 15 Jahren beim Markt Triefenstein, ebenfalls sind 2 Mitarbeiter im Bauhof, die bereits über 25 Jahre beim Markt Triefenstein beschäftigt sind und weitere Mitarbeiter zwischen 10 und 15 Jahren.
Zum Schluss gilt mein Dank ebenso den Gemeinderäten.
Die Zusammenarbeit war geprägt von sachlichen Diskussionen, unterschiedlichen Meinungen und dem gemeinsamen Ziel, Verantwortung für Triefenstein zu übernehmen. Auch bei schwierigen Entscheidungen stand stets das Gemeinwohl im Mittelpunkt.
Zum Abschluss bleibt festzuhalten: Triefenstein hat in herausfordernden Zeiten Zusammenhalt, Verlässlichkeit und Handlungsfähigkeit bewiesen. Darauf kann die Gemeinde – könnt Ihr – stolz sein. Mit diesem Rückblick und mit Zuversicht für die kommenden Aufgaben endet diese letzte öffentliche Sitzung zum Jahresende in dieser Konstellation.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche und friedliche Weihnachtszeit, erholsame Feiertage, vor allem Gesundheit, sowie einen guten Start in ein neues Jahr mit Zuversicht, Kraft und Zusammenhalt.
Vielen Dank.
Kerstin Deckenbrock
-Erste Bürgermeisterin-